Zu Samstag, dem 28. März, lud unser Interims-Sektionsführer und weit über die Dächer von Berkum bekannter Jörg „Säge“ Buchberger die 6. Sektion zum alljährlich stattfindenden „Hallo Frühling“-Empfang ein.

Nachdem die ursprünglich geplante Führung mit freischießlichem Hintergrund in unserer schönen Fuhsestadt mangels geeigneten Wetters ausfallen musste (oder war hier wieder eine Terminkollision bei ausführenden Organen am Werk?), wurde die Veranstaltung auf den uns wohlbekannten Hof einer heimischen Brauerei verlegt, und zwar auf die dort zufälligerweise noch im Betrieb befindliche Eisbahn. Und so war, quasi plötzlich und unerwartet, ein neues Event geboren: Eisstockschießen im März – zum schon erwähnten Frühlingsanfang
So fanden sich 23 wackere Schützenbrüder nebst amtlichen Zuteilungen und wohlverehrten Damen auf dem Härke-Hof zu einem außergewöhnlichen Wettstreit ein. Nach der ersten Stärkung mit heimischem Gerstensaft oder einem zu dieser Jahreszeit üblichen Glühwein in rötlicher Ausführung erfolgte die Auslosung der Mannschaften. Aufgrund der Vielzahl der Teilnehmer konnten hier schon in olympischer Manier vier mit jeweils 4-5 Mann (Frau) starke Teams starten.

Nach kurzer Erläuterung der Spielregeln und der Platzierung der „Daube“ auf der Bahn ging es schon sportlich-elegant los. Die ersten Eisstöcke flutschten über das Wasser (mit Eis war bei diesen Temperaturen nicht mehr zu rechnen) und näherten sich – mal mehr mal weniger – dem Zielpunkt: der bereits erwähnten „Daube“ oder der Bande.



Die ersten Anfeuerungsrufe erschallten: „mit Gefüüühl“. Half leider nicht immer. Somit kegelte der ein oder andere ursprünglich als Eisstock deklarierte Wurfgegenstand als „Wackelei“ über die Bahn. Da die Bande (die Begrenzung am Ende der Bahn, nicht die Equipe!) erstaunlich stabil war, konnte Schaden an der historischen Bausubstanz auf dem Brauereihof vermieden werden.
Da die ersten „Würfe“ relativ kurz an Weite hatten, erschloss sich der anwesenden Gemeinschaft recht schnell, dass der Wasserschlauch neben der Bahn nicht nur eine ästhetische Funktion, sondern auch eine praktische aufwies: mit mehr Wasser auf der Bahn konnten die Eisstöcke einfach weiter „flutschen“. Die Erkenntnis des Tages lautete: Es fehlt Wasser, wir müssen mehr (ein)nässen.

Frisch gewässert ging es dann bergauf, und auch ein Eisstock in der Version: „seitlich rollend“ fand seinen Weg ins Ziel.
Da mit bloßem Auge nicht immer der für die Punktevergabe entscheidende Abstand der Stöcke vom Ziel: „möglichst nah an der „Daube“ zu landen, ersichtlich war, musste schweres Gerät in Form eines Zollstocks herhalten. Hier konnten die sonst üblichen: „das sind 20cm“ in Form von exakter Bestimmung der Entfernung, millimeterweise genau erfolgen.
Somit standen die Punkte fest: 3 für den der „Daube“ am dichtesten platzierten Eisstock, 2 Punkte für den nächsten und 1 Punkt für den dritt-nächsten.
Und so zog Team für Team seine Bahnen. Leider können die errungenen Punkte nicht mit in die offizielle Deutsche Meisterschaft aufgenommen werden, da wir nur mit „Hobby-Scheiben diese Sportart verrichten durften.

Im Lauf des Wettbewerbs wurde noch ein gewisses Maß an Professionalisierung durch den häufigen Wurf-Einsatz erworben, und auch die Kommentare aus dem rückwärtigen Raum konnten sich hören lassen:
- Der Tanzt aber schön
- Diskuswerfen ist eine andere Disziplin
- Da hat jetzt aber das ABS gegriffen
- Traumhaft – genau ins Eck
Glücklich und schon leicht durchgefroren wurde die sportliche Aktivität von allen Teilnehmenden hervorragend (man munkelt, auch „akkerat“) gemeistert und die Sieger standen fest:
4 Mannschaften holten den Sieg. Also als 1., 2., 3. und vierter Sieger.
Ein donnerndes „Horrido“ auf die Sieger hallte sodann über den altehrwürdigen Härke-Hof.





Als krönender Abschluss freuten sich alle auf die im Anschluss vom Hoflieferanten des Anwesens vorbereitete Stärkung. Die beim sportlichen Wettbewerb abgekämpften Pfunde wurden in Form von „Schnitzel satt mit kartoffelhaltiger Beilage“ wieder zurückgewonnen. Und da die Letzen oft die Ersten sein werden, konnte sich der pünktlich zum aufgefahrenen Essen eingetroffene Schützenbruder Frank N. mit dem Zitat des Tages in die Annalen eintragen: „Das Auge isst mit“
Großen Dank sprach unser Ehren- und Interims-Schützenführer Jörg Buchberger an Carsten Schild für die Organisation dieses Tages aus. Ebenso ging der Dank an Andreas Teschner für die Terminerinnerungen an den immer gut besuchten Stammtisch an jedem 2. Dienstag im Monat.



Ein wundervoller Tag mit tiefgreifenden Gesprächen klang noch urgemütlich bei hervorragender Bedienung im Härke Brauerreistübchen mit leckerem, heimischem Gerstensaft und auch dem ein- oder anderen hochprozentigen Obst-Getränk aus.
Ein voller Erfolg mit Wiederholungscharakter.
Matthias Wojtysiak als Chronist